Der Blickwinkel einer jeden Person ist immer anders. Und nie falsch. Was ich in einer Weise sehe, siehst du vielleicht ganz anders. Aus meiner Sicht ist meine Weise richtig, das bedeutet aber nicht, dass deine Sicht falsch ist. Sie ist einfach nur anders.

Ein Beispiel: Wenn ich dir gegenüber stehe und ich lege ein Blatt mit einer 6 darauf vor mich, dann sehe ich eine 6, du aber aus deiner Sicht eine 9. Beide Sichtweisen sind korrekt und niemand kann daran rütteln.

Was ich damit sagen will?

Unser Blickwinkel ist wichtig, denn durch ihn und das, was wir in der Vergangenheit bereits erlebt und gelernt haben, wird unsere eigene Wahrheit geformt. Unsere Sicht der Dinge. Wir haben einen inneren Filter, der uns Dinge nicht einfach wahrnehmen, sondern auch bewerten lässt. Unserem Filter entsprechend bewerten wir eine Situation als gut oder schlecht für uns. Und auch jeden Schritt dazwischen.


Nun kommt es aber vor, dass wir vieles als schlecht einstufen. Nichts läuft richtig und wir würden am liebsten alles hinwerfen und auswandern.
Das wäre auch eine Option, aber vielleicht nicht wirklich unser Ziel.

Und da kommt der Blickwinkel ins Spiel: Woran kann es liegen, dass wir so vieles als negativ ansehen? Was lässt unseren Filter die Dinge so sehen?

Und wenn wir wissen warum: Wie können wir daran arbeiten? Wie kommen wir aus einem negativen Trott wieder heraus?

Wir ändern unseren Blickwinkel! Wenn die Perspektive vorher eher negativ gestimmt war, dann müssen wir vielleicht nur einen Schritt zur Seite machen, um wieder etwas klarer zu sehen.


Eine Übung für solche Situationen:

Stellt euch vor, ihr seid ein neutraler, außen stehender Beobachter. Ihr blickt von dieser Position nun auf die Situation. Ohne zu werten. Keine Spekulation. Einfach nur bemerken.

„Ich bemerke, dass an diesem Gespräch zwei Personen teilnehmen. Beide sind laut und schreien sich an. Sie beschuldigen sich gegenseitig und beide wollen Recht behalten.“

Wir nehmen uns selbst aus der Situation hinaus und versuchen es aus einer dritten Perspektive zu sehen. Und wir kennen das doch sicherlich alle, dass uns plötzlich etwas auffällt, wenn wir von einer anderen Seite auf etwas schauen.

Hier nehme ich das Beispiel aus der Küche: Wir versuchen etwas aus dem obersten Schrank zu holen, sind aber zu klein. Also ziehen wir uns einen Stuhl heran. Wenn wir nun auf dem Stuhl stehen und in die Küche blicken, dann sieht manches doch ganz anders aus. Versucht es einmal aus.

So können wir das mit vielem machen: einfach auf einen Stuhl klettern und von da betrachten. Oder eben einen Schritt zurücktreten und die Sicht aus der dritten Person anwenden.


Was wir sonst noch machen können? Tief durchatmen, es langsam angehen lassen, uns beruhigen. Vielleicht einen Tee trinken. Aber vor allem eben den Blickwinkel verändern.

Kategorien: Leben

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